Fütterung & Pflege
Hufpflege im Jahreslauf: Was trockene und nasse Hufe brauchen
Zu trocken bröckelt das Horn, zu nass weicht es auf. So hältst du die Hufe deines Pferdes durch die Jahreszeiten im Gleichgewicht: mit Haltung, Ausmisten, Kontrolle und festen Terminen.
Equidara-Redaktion · 6. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Gesunde Hufe brauchen keinen Schrank voller Pflegeprodukte, sondern ein stabiles Umfeld. Das Horn soll weder austrocknen noch dauerhaft aufweichen. Am meisten schadet der ständige Wechsel zwischen beidem. So steht es im Beitrag von cavallo.de zur Hufgesundheit: Zu trockenes Horn bröckelt, zu feuchte Hufe weichen auf. Deshalb zählen vor allem saubere Böden, Bewegung, regelmäßige Kontrolle und der feste Termin beim Hufbearbeiter oder Hufschmied.
Trocken oder nass: Woran du den Zustand erkennst
Schau dir die Hufe täglich an. Typische Zeichen sind:
- Trockenes Horn: Es bröckelt, splittert an der Wand oder bildet Risse.
- Zu feuchtes Horn: Es wirkt weich und aufgequollen und ist anfälliger für äußere Einflüsse.
- Faulige Stellen: Ein auffälliger Geruch oder schmierige Strahlfurchen können auf Fäulniserreger hinweisen. Hol dann Hufbearbeiter oder Tierarzt dazu.
Die Leitlinien des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur Beurteilung von Pferdehaltungen sehen vor, dass die Hufe regelmäßig auf ihren Pflegezustand geprüft werden. Sohle und Strahlfurchen sollen vor und nach jeder Nutzung gesäubert werden.
Nasse Phasen: Matsch, Weide, Paddock
In Mitteleuropa werden die Winter zunehmend mild und feucht. Das beschreibt landtiere.de in einem Beitrag über Pferdehufe im Winter. Dauerhafte Nässe auf aufgeweichten Weiden, Paddocks und Ausläufen lässt das Horn aufquellen. Es ist dann anfälliger für Fäulniserreger, Pilze und Auftausalze.
Was du tun kannst:
- Befestige matschige Bereiche zeitweise mit Sand oder Holzschnitzeln.
- Wenn du baust oder umbaust: Ein fachgerecht angelegter Untergrund mit Drainage und optimierter Tretschicht ist laut landtiere.de teuer, aber langfristig sehr wirksam. Genannt wird eine Kombination aus Sand und Paddockmatten.
- Verzichte nicht ganz auf Weidegang. Pferde brauchen auch im Winter täglichen Auslauf. Du kannst die Weidezeit aber auf einige Stunden begrenzen, damit die Hufe zwischendurch abtrocknen.
Ammoniak: Der unterschätzte Hufschaden
Ammoniak greift nicht nur die Atemwege an. Laut landtiere.de schädigt er auch das Hufhorn. Verschmutzte Paddocks und schlecht ausgemistete Boxen sind deshalb schlecht für die Hufe, besonders im Winter, wenn Pferde viele Stunden dort stehen.
Die Leitlinien des Ministeriums nennen dazu klare Eckwerte:
- Wähle Einstreu mit guter Nässebindung.
- Entferne Kot und nasse Einstreu in der Regel einmal täglich, in stark genutzten Bereichen öfter.
- Halte die relative Luftfeuchtigkeit im Stall bei 60 bis 80 Prozent. Dauerhaft über 80 Prozent sollte sie nicht liegen, weil sich Bakterien, Schimmelpilze und Parasiten im feuchten Milieu gut vermehren.
Winter: Langsameres Wachstum, mehr Stallzeit
Sehr trockene Kälte macht das Horn eher fest und hart. Im Winter wächst das Horn außerdem langsamer, weil der Stoffwechsel etwas herunterfährt. Dazu kommt oft weniger Bewegung, wodurch der Huf schlechter durchblutet wird. Auf gefrorenem Boden bewegen sich viele Pferde vorsichtiger, und frisches Gras als Anreiz zur Bewegung fehlt.
Praktisch heißt das:
- Sorge für täglichen Auslauf und Bewegung, auch bei Frost.
- Behalte den Beschlagsrhythmus bei. Laut landtiere.de lässt er sich in der Regel auch im Winter einhalten.
- Rechne damit, dass ein Pferd in tiefem Matsch öfter ein Eisen verliert.
- Prüfe bei Barhufern, ob sich das Horn auf harten Winterböden schneller abnutzt. Hufschuhe können dann helfen.
- Achte auf Streusalz und Auftausalze. Sie können die Hufe reizen. Reinige die Hufe danach gründlich.
Pflegemittel: Wirkung braucht Zeit
Wichtiger als Pflegeprodukte sind laut landtiere.de die Haltungsbedingungen. Wer trotzdem etwas auftragen will, kann atmungsaktive Hufbalsame oder -gele nutzen. Sie können das Horn geschmeidig halten, wenn nasse und trockene Phasen sich ständig abwechseln.
Lorbeeröl wird häufig in den Kronrand einmassiert, um die Durchblutung anzuregen. Es dauert aber vergleichsweise lange, bis ein Effekt sichtbar wird. Das Gleiche gilt für spezielles Futter zur Unterstützung der Hufqualität. Ein Huf braucht rund ein Jahr, bis er vollständig nachgewachsen ist. Veränderungen zeigen sich also langsam, und du brauchst Geduld.
Wenn du an der Fütterung etwas ändern willst, sprich es mit dem Tierarzt ab. Die Leitlinien verlangen, dass das Futter dem Bedarf des einzelnen Tieres entspricht. Überfütterung ist ebenso zu vermeiden wie Mangelernährung.
Termine: Alle sechs bis acht Wochen
Die Leitlinien nennen für die Hufkontrolle feste Abstände:
- Unbeschlagene Pferde kontrollierst du in der Regel alle 6 bis 8 Wochen auf Stellung und Abnutzung der Hufe. Bei Bedarf korrigierst du.
- Beschlagene Pferde brauchen in der Regel ebenfalls alle 6 bis 8 Wochen einen neuen Beschlag.
- Fordern Hufzustand oder Nutzung es, sorgst du für fachgerechten Beschlag oder einen anderen geeigneten Hufschutz.
Kürzen der Hufe, Veränderung von Stellung und Form sowie die Auswahl von Eisen und Hufschutz können laut den Leitlinien erhebliche Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden haben. Überlass das Ausschneiden und Beschlagen deshalb Fachleuten. Fohlen und Jungpferde gewöhnst du früh daran, die Beine für die Hufpflege aufzuhalten.
Bei Rissen, Lahmheit, Schmerzen beim Abtasten oder Fäulnisgeruch gehört der Huf zum Tierarzt. Pflegetipps ersetzen keine Diagnose.
Der Jahreslauf als Kontrollliste
- Bei Nässe: Boden befestigen, Weidezeit begrenzen, Hufe auskratzen und abtrocknen lassen.
- Bei Frost und Stallzeit: Ausmisten, Bewegung, Salzreste entfernen.
- Bei wechselhaftem Wetter: Hufe täglich ansehen und Veränderungen früh melden.
- Das ganze Jahr: Termine alle sechs bis acht Wochen einhalten.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ein Pferd zur Hufbearbeitung oder zum Beschlag?
Die Leitlinien des Bundesministeriums nennen für unbeschlagene wie beschlagene Pferde in der Regel einen Abstand von 6 bis 8 Wochen. Hufzustand und Nutzung des Pferdes können einen anderen Rhythmus nötig machen.
Schadet Matsch den Hufen?
Dauerhafte Nässe lässt das Horn aufquellen und macht es anfälliger für Fäulniserreger, Pilze und Auftausalze. Begrenze die Zeit auf nassen Flächen, befestige Problemstellen zeitweise mit Sand oder Holzschnitzeln und halte Boxen und Paddocks sauber.
Wie schnell wirken Hufbalsam, Lorbeeröl oder Spezialfutter?
Langsam. Das Horn erneuert sich nur gemächlich, ein ganzer Huf wächst in rund einem Jahr nach. Wichtiger als Pflegeprodukte sind laut landtiere.de die Haltungsbedingungen.
Warum ist Ausmisten so wichtig für die Hufe?
Ammoniak aus Urin und Mist schädigt das Hufhorn. Die Leitlinien des Ministeriums sehen vor, nasse Einstreu und Kot in der Regel einmal täglich zu entfernen.
Quellen
- Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten (Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat) (2026-10-02)
- Pferdehufe im Winter: So bleiben sie bei Frost und Nässe gesund (landtiere.de) (2026-10-02)
- Hat mein Pferd gesunde Hufe? (cavallo.de) (2026-10-02)
- Titelfoto: Museum of Veterinary Anatomy FMVZ USP / Wagner Souza e Silva, Wikimedia Commons
- Lizenz des Fotos: CC BY-SA 4.0
Geschrieben von Equidara-Redaktion. Stand: 6. Oktober 2026.
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