Vergessene Heilmittel

Pflanzliche Mittel beim Turnierpferd: Was du vor der Gabe prüfen solltest

Auch bei pflanzlichen Mitteln gehören die Turnierregeln zur Anwendung dazu. Was FN und FEI zu Substanzen, Karenzzeiten und Ergänzungsmitteln sagen.

Equidara-Redaktion · 17. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Pflanzliche Mittel beim Turnierpferd: Was du vor der Gabe prüfen solltest
Archivbild. Foto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Wenn du deinem Turnierpferd ein pflanzliches Mittel geben möchtest, prüfe vor der Gabe die geltenden Regeln und besprich die Anwendung mit deinem Tierarzt. Für den nationalen Turniersport in Deutschland gelten die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln der FN. Bei FEI-Veranstaltungen gelten die Vorgaben des Weltreiterverbands. Er fordert, vor jeder Substanzgabe den Verbotsstatus zu prüfen, und empfiehlt eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt.

Im deutschen Turniersport gelten die FN-Regeln

Laut der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sind die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln, kurz ADMR, Bestandteil der Leistungs-Prüfungs-Ordnung. Sie bilden in Deutschland auf nationaler Ebene eine verbindliche Grundlage für den Pferdesport.

Die FN nennt zwei Voraussetzungen für einen Start: Eine Krankheit muss vollständig auskuriert sein, und das Pferd muss zum Wettkampfzeitpunkt frei von verbotenen Substanzen sein. Es zählt also nicht nur, wann du ein Mittel zuletzt gegeben hast, sondern auch der Gesundheitszustand deines Pferdes.

Was eine Karenzzeit bedeutet

Als Karenzzeit bezeichnet die FN die empfohlene Zeitspanne zwischen der Gabe einer Substanz oder der Anwendung einer Methode und dem Turniereinsatz. Die Karenzzeit ist also eine Empfehlung. Maßgeblich bleibt die Grundregel, dass das Pferd beim Wettkampf frei von verbotenen Substanzen sein muss.

Bei FEI-Veranstaltungen vor jeder Gabe prüfen

Die Fédération Équestre Internationale (FEI) fordert Reiter und Betreuungspersonal auf, vor jeder Substanzgabe an ein Pferd, das an FEI-Veranstaltungen teilnimmt, den Verbotsstatus zu prüfen. Die Prüfung gehört also vor die Anwendung, nicht erst vor den Wettkampf.

Die FEI ordnet Stoffe in Kategorien ein. Zwei davon solltest du auseinanderhalten:

Die Liste allein ist nicht die ganze Regel

Bei FEI-Veranstaltungen können auch Stoffe verboten sein, die nicht ausdrücklich in der Verbotsliste stehen. Das gilt laut FEI, wenn ihre chemische Struktur oder ihre biologische Wirkung einer gelisteten Substanz ähnelt.

Die FEI überprüft ihre Verbotsliste jährlich und veröffentlicht Änderungen 90 Tage vor ihrem Inkrafttreten. Maßgeblich ist deshalb immer die jeweils geltende Liste. Eine frühere Prüfung ersetzt keine neue.

Worauf du bei pflanzlichen Mitteln achten solltest

Aus den Hinweisen der FEI ergeben sich für Kräuter und andere pflanzliche Mittel diese Punkte:

Nach dem Hinweis der FEI sind Mittel verboten, wenn sie die Leistung beruhigend oder anregend beeinflussen und eine verbotene Substanz enthalten. Bei beruhigenden Produkten nennt sie zusätzlich mögliche erhebliche Sicherheitsfolgen während des Wettkampfs.

Häufige Fragen

Was bedeutet Karenzzeit nach den FN-Regeln?

Die FN versteht darunter die empfohlene Zeitspanne zwischen der Gabe einer Substanz oder der Anwendung einer Methode und dem Turniereinsatz. Unabhängig davon muss das Pferd beim Wettkampf frei von verbotenen Substanzen sein.

Muss ich pflanzliche Ergänzungsmittel vor einem FEI-Start prüfen?

Die FEI fordert, vor jeder Substanzgabe den Verbotsstatus zu prüfen. Sie warnt ausdrücklich auch vor pflanzlichen Ergänzungsmitteln und vor Produkten mit unbekannten Inhaltsstoffen.

Sind bei FEI-Veranstaltungen nur ausdrücklich gelistete Stoffe verboten?

Nein. Laut FEI können auch nicht ausdrücklich genannte Stoffe verboten sein, wenn ihre chemische Struktur oder biologische Wirkung einer gelisteten Substanz ähnelt.

Darf ein Pferd nach einer Krankheit wieder am Wettkampf teilnehmen?

Nach den FN-Grundregeln für den nationalen Pferdesport in Deutschland muss die Krankheit vollständig auskuriert sein. Zum Wettkampfzeitpunkt muss das Pferd außerdem frei von verbotenen Substanzen sein.

Quellen

  1. Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): ADMR-Suchmaschine mit Bockshornkleesamen-Eintrag, Karenzzeit und Bedingungen für Futtermittel (pferde
  2. Fédération Équestre Internationale (FEI): Verbotene Substanzen, Medikation und Warnhinweise zu pflanzlichen Ergänzungsmitteln (inside.fei.or (2026)
  3. Titelfoto: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Wikimedia Commons
  4. Lizenz des Fotos: CC BY-SA 4.0

Geschrieben von Equidara-Redaktion. Stand: 17. Oktober 2026.

Mehr zum Thema

Passend dazu