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Doma Vaquera: Ausrüstung, Disziplinen und Turniere der spanischen Arbeitsreitweise

Spanisches Kulturerbe und Turniersport: Die Doma Vaquera verbindet das Arbeiten am Rind mit anspruchsvollen Reitlektionen. Erfahre, welche Ausrüstung, Disziplinen und Wettbewerbe es gibt.

Equidara-Redaktion · 6. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Doma Vaquera Reiter im Turnier
Archivbild. Foto: Manuel Gómez, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Die Doma Vaquera ist eine ursprünglich für die Arbeit mit Rindern entwickelte Reitweise, die heute als eigenständige Sportdisziplin geprägt ist. Im Mai 2026 hat die spanische Regierung sie offiziell als immaterielles Kulturerbe anerkannt, so der Spanische Staatsanzeiger BOE.

Geschichte und Ursprung

Ihre Wurzeln reichen bis in die maurische Zeit zurück. Damals entstand die „monta a la jineta“, bei der das Pferd einhändig geritten wurde, um in der anderen Hand Waffen zu führen. Der burgalesische Adlige Hernán Ruiz de Villegas beschrieb diese Technik im 16. Jahrhundert in seinem „Tratado de cavallería a la gineta“. Später, mit der Entstehung der Rinderzucht für den Stierkampf, übernahmen Hirten und berittene Hüter diese Reitweise, um Rinder in der weitläufigen Landschaft zu kontrollieren. Aus dieser Arbeit formte sich eine eigenständige Disziplin, deren sportlicher Wettbewerb 1970 mit der ersten spanischen Meisterschaft in Acoso y Derribo in Ciudad Rodrigo begann.

Die drei Disziplinen im Turnier

Die Doma Vaquera wird heute in drei von der Real Federación Hípica Española (RFHE) anerkannten Prüfungsformen ausgetragen:

Ausrüstung für Reiter und Pferd

Das Reglement der RFHE schreibt für die Doma Vaquera eine bestämte Ausüstung vor, die sicheren Sitz und traditionelle Optik verbindet.

Ausbildung und Kurse

Ein offizieller Ausbildungsweg für Trainer wurde vom Consejo Superior de Deportes mit dem Plan formativo de nivel I y II BOE geschaffen. Die insgesamt 130 Stunden (Nivel I) umfassen Bereiche wie Pferdetransport, Hippologie, Methodik und Wettkampfvorbereitung. Die praktische Zugangsprüfung verlangt unter anderem das korrekte Führen, Putzen und Sattelen des Pferdes, das Reiten einer Reprise für junge Pferde und einen Slalomparcours.

Zusätzlich bietet die Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre regelmässig Intensivkurse für Reiter an, die sich gezielt auf Turniere vorbereien wollen. Inhaltlich werden dort die Skala der Ausbildung, Übungen wie der Wechsel des Galopps oder die Pirouette und die Bewertungskriterien der Prüfer vermittet.

Wettbewerbe und Meisterschaften

Die nationale Spizte findet sich bei den von der RFHE ausgerichteten Campeonatos de España. Seit dem ersten Championat 170 in Ciudad Rodrigo hat sich der Sport stetig weiterentwickelt. Die Prüfungen unterliegen dem aktuellen Regllamento Doma Vaquera, das unter anderem die Einteilung der Pferde in Kategorien (junge Pferde, Amateure, Profis) und die Wertnote festlegt. Die starke Bindung an die Rinderzucht spiegelt sich noch heute bei vielen Turnieren wider, die in Dehesas, den typischen Weideflächen, stattfinden.

Häufige Fragen

Was unterscheidet die Doma Vaquera von der Working Equitation?

Die Doma Vaquera ist die traditionelle Arbeitsreitweise des spanischen Rinderhirten. Die Working Equitation ist eine eigenständige, internationale Disziplin, die Elemente der Doma Vaquera, der klassischen Dressur und des Hindernisreitens kombiniert, aber nach einem eigenen Reglement beurteilt wird.

Welches Pferd eignet sich für die Doma Vaquera?

Es gibt keine festgelegte Rasse. Gefragt sind Pferde mit gutem Gleichgewicht, Mut und Gelassenheit im Umgang mit Rindern. Traditionell werden häufig spanische Rassen wie das Pura Raza Española (PRE) eingesetzt, aber auch andere wendige Pferde mit passendem Temperament.

Benötigt man einen speziellen Sattel?

Ja. Die Montura vaquera ist Pflicht. Sie besitzt einen hohen Knauf und große Steigbügel, die die Beinfreiheit für die einhändige Zügelführung und den sicheren Sitz bei raschen Wendungen unterstützen. Das RFHE-Reglement schreibt diesen Satteltyp verbindlich vor.

Wie kann ich mit Doma Vaquera anfangen?

Der Einstieg gelingt am besten über eine Reitschule, die Kurse in spanischer Arbeitsreitweise anbietet. Fortgeschrittene können einen Intensivkurs an der Real Escuela Andaluza belegen. Für die Turnierteilnahme ist eine Lizenz der Real Federación Hípica Española (RFHE) nötig.

Quellen

  1. BOE-A-2026-10737, Acuerdo 29/2026, de 7 de mayo, por el que se declara la Doma vaquera en Castilla y León como bien de interés cultural de carácter inmaterial (2026-05-07)
  2. Reglamento Doma Vaquera RFHE 2026 (2026)
  3. BOE-A-2025-18588, Plan formativo de nivel I y II de las especialidades deportivas de doma vaquera y equitación de trabajo (2025-09-04)
  4. Curso Formativo de Doma Vaquera 2025 (2025-06-18)
  5. Titelfoto: Manuel Gómez, Wikimedia Commons
  6. Lizenz des Fotos: CC BY-SA 2.0

Geschrieben von Equidara-Redaktion. Stand: 6. Oktober 2026.

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