Gesundheit & Therapien

PPID beim älteren Pferd: Anzeichen, ACTH-Test und Alltag

PPID (Equines Cushing) trifft vor allem Pferde über 15 Jahren. So erkennst du Anzeichen, wie der Tierarzt mit dem ACTH-Test prüft und was im Alltag hilft.

Equidara-Redaktion · 6. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Älteres Pferd mit langem, gelocktem Fell auf der Weide
KI-generiertes Bild

PPID ist eine hormonelle Erkrankung älterer Pferde. Typische Anzeichen sind verzögerter Fellwechsel und starkes Fellwachstum. Sichern kann die Diagnose nur der Tierarzt, meist über den ACTH-Wert im Blut. Die Behandlung dauert ein Leben lang. Im Alltag zählen Hufe, Fell, Futter und regelmäßige Kontrollen.

Was ist PPID?

PPID steht für Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (Funktionsstörung der Pars intermedia der Hirnanhangdrüse), auch Equines Cushing-Syndrom genannt. Laut dem Universitären Tierspital Zürich ist die Ursache ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse. Die veränderten Zellen bilden mehr Hormone, unter anderem ACTH.

Die Erkrankung tritt vor allem bei Pferden und Ponys über 15 Jahren auf. Es können aber auch deutlich jüngere Tiere betroffen sein. Wie häufig PPID ist, geben die Quellen unterschiedlich an: Das Tierspital Zürich nennt 15 % der Pferde über 15 Jahren, eine Übersicht der Tierärztekammer Österreich spricht von 13 bis 45 % mit einem oder mehreren klinischen Anzeichen. Die Zahlen hängen davon ab, wie und wen man untersucht.

Anzeichen erkennen

Das Tierspital Zürich nennt unter anderem:

Übermäßiger Haarwuchs und unvollständiger Fellwechsel gelten laut einer Zusammenfassung der Leitlinien auf ProPferd.at als besonders deutliche Hinweise. Sie nennt außerdem Senkrücken, Lahmheit und wiederkehrende Infektionen. Fällt dir bei deinem älteren Pferd etwas davon auf, ruf deinen Tierarzt an.

Der ACTH-Test

Eine Verdachtsdiagnose entsteht oft aus Vorbericht und Befunden. Die sichere Diagnose läuft laut Tierspital Zürich über den ACTH-Wert im Blut.

Basalwert und TRH-Stimulationstest

In frühen Stadien oder zu bestimmten Jahreszeiten reicht ein einzelner Wert oft nicht. Dann gibt der Tierarzt ein Medikament, das die Hirnanhangdrüse anregt, und misst ACTH vor und nach der Gabe. Das Tierspital Zürich führt dafür den TRH-Stimulationstest durch. Er sei schnell gemacht und im frühen Stadium sehr genau.

Nach der Zusammenfassung der Leitlinien lag die Genauigkeit des Basalwerts bei 88 bis 92 % im Herbst und bei 70 bis 86 % außerhalb des Herbstes. Nach TRH-Stimulation waren es 92 bis 98 % im Herbst und 90 bis 94 % in den übrigen Monaten.

Was das Ergebnis beeinflusst

Die Leitlinien nennen als Einflussfaktoren unter anderem Jahreszeit, Rasse, Standort, Fütterung, schwere Erkrankungen und Anhängertransport. Ein Wert unter dem Referenzbereich schließt PPID laut der Universität Göttingen nicht sicher aus. Bei Pferden unter 10 Jahren ist PPID von vornherein unwahrscheinlich. Ein positives Ergebnis kann dann falsch sein, warnen die Autoren. Der Tierarzt bewertet deshalb Test und Gesamtbild gemeinsam.

Behandlung durch den Tierarzt

PPID ist nicht heilbar. Laut Tierspital Zürich und der Universität Göttingen braucht das Pferd eine lebenslange Therapie. Die Leitlinien nennen Pergolid als Mittel, das bei der Mehrzahl der Tiere die meisten klinischen Symptome lindert und den basalen ACTH-Wert senkt. Auf die Insulindysregulation wirkt es meist nicht. Welches Mittel und welche Dosis passen, entscheidet allein dein Tierarzt.

Zur Kontrolle: Nach Beginn der Therapie bringt es laut den Leitlinien kaum etwas, vor Ablauf eines Monats weitere Hormontests zu machen. Ob engmaschige ACTH-Kontrollen das Ergebnis verbessern, ist nicht belegt.

Pflege im Alltag

Die Uni Göttingen nennt als Bausteine neben der Therapie Hufpflege, Fellpflege, gute Ernährung und regelmäßige Blutuntersuchungen.

Hole bei Fieber, Lahmheit oder auffälliger Schwäche früh den Tierarzt.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter tritt PPID auf?

Meist bei Pferden und Ponys über 15 Jahren. Laut Tierspital Zürich können aber auch deutlich jüngere Tiere erkranken.

Kann man PPID heilen?

Nein. Laut Tierspital Zürich und Universität Göttingen ist eine lebenslange Therapie nötig, um Symptome zu bessern und Hufrehe zu kontrollieren.

Reicht ein einzelner ACTH-Wert zur Diagnose?

Nicht immer. In frühen Stadien oder zu manchen Jahreszeiten braucht es oft einen Stimulationstest, etwa mit TRH.

Was kann ich selbst tun?

Hufe, Fell, Gewicht und Zähne im Blick behalten, passend füttern und Kontrolltermine einhalten. Therapie und Dosis legt der Tierarzt fest.

Quellen

  1. PPID – Equines Cushing-Syndrom, Universitäres Tierspital Zürich
  2. Leitlinien für Diagnose und Behandlung von Cushing-Pferden veröffentlicht, ProPferd.at
  3. Update zu PPID, Tierärztekammer Österreich
  4. Spezielle Endokrinologie Pferd, Universität Göttingen
  5. EMS: Klinik, Diagnostik, Therapie und Fütterung beim Pferd, Thieme Tiermedizin

Geschrieben von Equidara-Redaktion. Stand: 6. Oktober 2026.

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