Fütterung & Pflege
Mash und Heucobs: Wann sie für dein Pferd sinnvoll sind
Mash liefert Energie und kann nach Verdauungsproblemen oder Krankheit infrage kommen. Heucobs helfen, wenn ein Pferd Heu nicht mehr ausreichend kauen kann. Entscheidend sind Bedarf, Zubereitung und die gesamte Ration.
Equidara-Redaktion · 20. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Mash kann bei Verdauungsproblemen, nach einer längeren Krankheitsphase oder zur Gewichtszunahme infrage kommen. Heucobs sind dagegen vor allem dann sinnvoll, wenn dein Pferd Raufutter nicht mehr ausreichend zerkleinern kann. Beide Futter haben also unterschiedliche Aufgaben. Ob sie passen, hängt vom Bedarf deines Pferdes und von seiner bisherigen Fütterung ab. Zeigt dein Pferd gesundheitliche Auffälligkeiten, hol zuerst den Tierarzt, statt ohne Abklärung ein Ergänzungsfutter zu geben.
Mash: für welche Pferde es infrage kommt
Klassisches Mash besteht laut agrarheute aus Leinsamen und zum Beispiel Weizen- oder Haferkleie. Ursprünglich wurde diese Mischung eingesetzt, um die Verdauung zu unterstützen und anzuregen. Nach Angaben von agrarheute kann Mash Pferden mit Verdauungsproblemen oder nach einer gerade überstandenen längeren Krankheitsphase helfen. Die tierärztliche Abklärung ersetzt es nicht. Ob es im Einzelfall passt, besprichst du am besten mit dem Tierarzt.
Mash liefert auch Energie. Laut agrarheute kann es deshalb bei zu dünnen Pferden zur Gewichtszunahme und bei älteren Pferden zum Erhalt der Körpersubstanz beitragen. Entscheidend ist also nicht das Alter allein, sondern ob zusätzliche Energie zum Bedarf passt.
Für leichtfuttrige oder übergewichtige Pferde und Ponys, die kaum oder gar nicht gearbeitet werden, ist getreidereiches und damit energiereiches Mash laut Bayerischem Landwirtschaftlichen Wochenblatt nicht zu empfehlen.
Mash richtig zubereiten und einplanen
Beachte vor der Fütterung die Zubereitungsvorgaben auf der Packung. Sie unterscheiden sich laut agrarheute je nach Hersteller.
Die meisten Sorten sollten nach Angaben von agrarheute höchstens zwei- bis dreimal pro Woche gefüttert werden. Davon kann abgewichen werden, wenn der Tierarzt etwas anderes empfiehlt oder der Hersteller angibt, dass eine tägliche Fütterung unproblematisch ist.
Für Zurückhaltung bei häufiger Fütterung nennt agrarheute zwei Gründe:
- Bei kleiehaltigem Mash kann eine dauerhafte oder zu häufige Gabe das Phosphor-Calcium-Verhältnis stören. Kleie enthält ein Vielfaches mehr Phosphor als Calcium.
- Das im Mash enthaltene Phytin kann die Zinkaufnahme im Darm hemmen und so einen Zinkmangel begünstigen.
Mehr Mash ist deshalb nicht automatisch die richtige Antwort, wenn du einen zusätzlichen Bedarf vermutest. Berücksichtige die Zusammensetzung und die übrige Ration.
Heucobs: wenn das Kauen schwerfällt
Bei älteren Pferden mit eingeschränkter Kaufunktion fallen Probleme oft beim Wechsel von Gras auf Heu im Herbst auf. Die Internationale Gesellschaft zur Funktionsverbesserung der Pferdezähne, kurz IGFP, erklärt das so: Heu ist härter und kann dann häufig nicht mehr ausreichend zerkleinert und verdaut werden.
Als Warnzeichen bei Pferden mit Zahnproblemen nennt die IGFP:
- Gewichtsverlust,
- gekaute und wieder ausgespuckte Futterwickel,
- viele unzureichend zerkleinerte Kotfasern von mehr als vier Millimetern Länge,
- eventuell Durchfall.
Spätestens bei solchen Zeichen muss die Fütterung laut IGFP angepasst werden. Lass die Ursache auch tierärztlich abklären.
Kann dein Pferd Raufutter nicht mehr ausreichend zerkleinern, muss es laut IGFP zunächst anteilig durch vorzerkleinertes Heu in Form von Heucobs ersetzt werden. Kraftfutter oder Rübenschnitzel allein können den Gewichtsverlust in dieser Lage nicht auffangen.
Heucobs einweichen und die Menge einschätzen
Die IGFP nennt für Heucobs und für Wiesenflakes, die schneller einweichen, ein Verhältnis von einem Teil Futter zu zwei Teilen Wasser. Nach etwa 30 Minuten sind sie zerfallen und können verfüttert werden.
Weiche Heucobs immer frisch ein. Bereite sie nicht über Nacht vor, weil sie zu gären beginnen können. Trocken solltest du sie wegen des Risikos einer Schlundverstopfung nicht füttern.
Um die nötige Heucobmenge einzuschätzen, ermittelst du laut IGFP zunächst, wie viel Heu dein Pferd tatsächlich in 24 Stunden frisst:
- Wiege die angebotene Heumenge.
- Wiege nach 24 Stunden die Reste.
- Die Differenz ist die gefressene Menge.
Je nach Zahnsituation kann eine vollständige Umstellung auf Heucobs notwendig sein. Ist dein Pferd ganz auf Heuersatz angewiesen, muss die Menge auf mindestens vier Mahlzeiten verteilt werden. Zur Beschäftigung muss trotzdem immer Heu angeboten werden, auch wenn das Pferd nur noch Wickel kaut.
Die gesamte Fütterung im Blick behalten
In Ausgabe 03/2023 des Magazins „Pferd und Mensch“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gilt qualitativ gutes Heu in ausreichender Menge als Grundlage der Fütterung. Ergänzungen sollen zum Bedarf des Pferdes und zur Zusammensetzung des Grundfutters passen. Um Über- und Unterversorgung zu vermeiden, soll die Versorgung mit Energie, Protein sowie Mengen- und Spurenelementen anhand der gesamten Ration berechnet werden. Dazu gehören Heu, Einzelfuttermittel und alle Ergänzungsfuttermittel.
Ein altes Pferd braucht außerdem Zeit und Ruhe zum Fressen. Wird es in der Gruppe bedrängt oder gestört, muss es laut IGFP zum Fressen getrennt werden. Eine rechtzeitig angepasste Fütterung mit Gewöhnungszeit kann ein Pferd auch mit schlechten Zähnen ausreichend versorgen. Bei Schmerzen oder anderen gesundheitlichen Problemen kann es trotzdem weiter abnehmen. Dann ist erneut der Tierarzt gefragt.
Häufige Fragen
Darf mein Pferd täglich Mash bekommen?
Laut agrarheute sollten die meisten Mash-Sorten höchstens zwei- bis dreimal pro Woche gefüttert werden. Ausnahmen gelten, wenn der Tierarzt etwas anderes empfiehlt oder der Hersteller angibt, dass eine tägliche Fütterung unproblematisch ist.
Ist Mash für leichtfuttrige Pferde geeignet?
Getreidereiches und damit energiereiches Mash ist laut Bayerischem Landwirtschaftlichen Wochenblatt für leichtfuttrige oder übergewichtige Pferde und Ponys, die kaum oder gar nicht gearbeitet werden, nicht zu empfehlen.
Kann ich Heucobs trocken verfüttern?
Nein. Die IGFP rät wegen des Risikos einer Schlundverstopfung davon ab. Heucobs sollen frisch eingeweicht und nicht über Nacht vorbereitet werden, weil sie zu gären beginnen können.
Können Heucobs Heu vollständig ersetzen?
Je nach Zahnsituation kann das laut IGFP notwendig sein. Ist ein Pferd ganz auf Heuersatz angewiesen, muss die Menge auf mindestens vier Mahlzeiten verteilt werden. Heu muss trotzdem immer zur Beschäftigung angeboten werden, auch wenn das Pferd nur noch Wickel kaut.
Quellen
- Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt: Fütterung von Mash – nicht für jedes Pferd empfehlenswert – wochenblatt-dlv.de (22.01.2024)
- agrarheute: Mash-Fütterung bei Pferden – was Pferdebesitzer beachten sollten – agrarheute.com (21.02.2024)
- Internationale Gesellschaft zur Funktionsverbesserung der Pferdezähne e. V.: Fütterung bei Zahnproblemen und Einsatz von Heucobs – igfp-ev.d
- Deutsche Reiterliche Vereinigung, Magazin Pferd und Mensch: Supplemente in der Pferdefütterung – magazin.pferdesport-deutschland.de (03/2023)
Geschrieben von Equidara-Redaktion. Stand: 24. Oktober 2026.
Fachlich geprüft von Melissa Hinze, Pferdezüchterin und Pferdehändlerin, Gründerin von Equidara.
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