Vergessene Heilmittel

Teufelskralle vor dem Turnier: Lahmheit abklären, Karenzzeit richtig einordnen

Bei Lahmheit braucht dein Pferd eine tierärztliche Diagnose. Für Teufelskralle nennt die FN im deutschen Turniersport eine Karenzzeit von vier Tagen. Warum Karenzzeit und Startfreigabe zwei verschiedene Fragen sind.

Equidara-Redaktion · 21. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Weidenrinde und Teufelskralle als Thema bei Gelenkbeschwerden des Pferdes
Archivbild. Foto: Roger Culos, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Wenn du Teufelskralle bei Gelenkbeschwerden erwägst und dein Pferd lahmt, muss die Lahmheit tierärztlich abgeklärt werden. Nach der Diagnose richtet sich die Behandlung, so die Deutsche Reiterliche Vereinigung, kurz FN. Für Teufelskralle nennt sie im deutschen nationalen Turniersport eine Karenzzeit von vier Tagen. Weil sich Regeln und Listen ändern können, prüfst du diese Angabe vor jedem Start auf den Seiten der FN. Die Zeitangabe und die Frage, ob dein Pferd wieder an einem Wettkampf teilnehmen darf, musst du getrennt betrachten.

Erst die Ursache klären, dann behandeln

Nach den Behandlungshinweisen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung dürfen Pferdehalter nur leichte, klar einzuordnende Krankheitssymptome selbst behandeln. Bei Lahmheit müssen sich die Maßnahmen an der tierärztlichen Diagnose orientieren. Ein Hausmittel ersetzt diese Diagnose nicht.

Verschreibungspflichtige Medikamente darfst du laut FN nur in Absprache mit dem Tierarzt geben. Auch wenn ein Turnier geplant ist, soll das Pferd nach den FN-Hinweisen mit den wirksamsten Mitteln behandelt werden. Das gilt ausdrücklich auch dann, wenn ein zeitnaher Start dadurch nicht möglich ist.

Der Turnierkalender gibt also nicht vor, welche Behandlung gewählt wird. Maßgeblich bleiben die Diagnose und die dafür geeigneten Maßnahmen.

Pflanze, Zubereitung und Wirkstoffgruppe auseinanderhalten

Bei Behandlungsmöglichkeiten hilft es, zwischen einer Pflanze, einer Zubereitung daraus und einer untersuchten Arzneimittelgruppe zu unterscheiden. Eine Aussage über eine Wirkstoffgruppe lässt sich nicht einfach auf jede pflanzliche Zubereitung übertragen.

Die veterinärmedizinische Fachübersicht zu nichtsteroidalen Entzündungshemmern in der Pferdeorthopädie beschreibt diese Arzneimittel als wichtigen Bestandteil der Behandlung vieler orthopädischer Erkrankungen des Pferdes. Die Behandlung solcher Erkrankungen soll Entzündungen und die damit verbundenen Schmerzen und Lahmheit verringern. Außerdem soll sie das Fortschreiten der Erkrankung und langfristige Gewebeschäden möglichst gering halten.

Die Übersicht nennt auch mögliche Nebenwirkungen dieser Arzneimittelgruppe im Magen-Darm-Bereich und an den Nieren. Dazu gehören Geschwüre in Maul und Magen, eine Entzündung des rechten oberen Grimmdarms, die rechtsdorsale Kolitis, sowie das Absterben von Nierengewebe infolge einer verminderten Durchblutung des Nierenmarks. Diese Angaben beziehen sich auf nichtsteroidale Entzündungshemmer. Sie beschreiben nicht die Wirkung oder Verträglichkeit von Teufelskralle.

Teufelskralle und die nationalen Turnierregeln

In Deutschland sind die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln der FN, kurz ADMR, Bestandteil der Leistungs-Prüfungs-Ordnung. Sie bilden die verbindliche Regelgrundlage für den nationalen Turniersport, erläutert die Deutsche Reiterliche Vereinigung zu Anti-Doping und Medikation.

Für Teufelskralle nennt die FN in ihren Behandlungshinweisen im Zusammenhang mit diesen nationalen Regeln eine Karenzzeit von vier Tagen. Als Karenzzeit bezeichnet sie die empfohlene Zeitspanne zwischen der Gabe einer Substanz oder der Anwendung einer Methode und dem Turniereinsatz.

Dabei gelten zwei Anforderungen nebeneinander: Die Krankheit muss vollständig auskuriert sein. Außerdem muss das Pferd zum Wettkampfzeitpunkt frei von verbotenen Substanzen sein. Der Ablauf einer Karenzzeit sagt deshalb nichts darüber, ob eine Erkrankung ausgeheilt ist.

Mit der ADMR-Suchmaschine der FN kannst du einzelne Substanzen prüfen. Die Suche umfasst nicht nur Medikamente, sondern auch Inhaltsstoffe von Futter und Pflegemitteln. Sie bezieht sich auf die nationalen Regeln in Deutschland. Entscheidend sind die enthaltenen Substanzen nach dem jeweiligen Regelwerk, nicht die Bezeichnung eines Mittels als pflanzlich.

Worauf du achten solltest

Aus den FN-Hinweisen ergeben sich diese Schritte:

Häufige Fragen

Muss eine Lahmheit tierärztlich abgeklärt werden?

Ja. Laut Deutscher Reiterlicher Vereinigung muss sich die Behandlung einer Lahmheit an der tierärztlichen Diagnose orientieren.

Welche Karenzzeit nennt die FN für Teufelskralle?

Die FN nennt im Zusammenhang mit den nationalen ADMR in Deutschland vier Tage. Eine Karenzzeit ist die empfohlene Zeitspanne zwischen der Gabe einer Substanz und dem Turniereinsatz. Weil sich Regeln ändern können, prüfst du die Angabe vor einem Start auf den Seiten der FN.

Darf mein Pferd nach Ablauf der Karenzzeit wieder starten?

Der Zeitablauf allein reicht nicht. Nach den FN-Grundregeln muss die Krankheit vollständig auskuriert sein. Zum Wettkampfzeitpunkt muss das Pferd außerdem frei von verbotenen Substanzen sein.

Wo kann ich Inhaltsstoffe für den nationalen Turniersport prüfen?

Mit der ADMR-Suchmaschine der FN kannst du prüfen, ob Substanzen in Medikamenten sowie Inhaltsstoffe in Futter oder Pflegemitteln nach den deutschen nationalen Regeln erlaubt sind.

Quellen

  1. Deutsche Reiterliche Vereinigung: Behandlung von Krankheiten und Verletzungen; tierärztliche Diagnose bei Lahmheit und nationale ADMR-Karenz
  2. Deutsche Reiterliche Vereinigung: ADMR-Suchmaschine zur Prüfung einzelner Substanzen im nationalen Turniersport; kein Ersatz für die FEI-Ver
  3. Veterinärmedizinische Fachübersicht: Nichtsteroidale Entzündungshemmer in der Pferdeorthopädie; Einordnung etablierter Behandlungen und ihre (2022)
  4. Titelfoto: Roger Culos, Wikimedia Commons
  5. Lizenz des Fotos: CC BY-SA 3.0

Geschrieben von Equidara-Redaktion. Stand: 21. Oktober 2026.

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