Sport & Erfolge
Working Equitation: Prüfungen, Pferde und Einstieg erklärt
Working Equitation verbindet Dressur, Trail und Rinderarbeit zu einem vielseitigen Turniersport. Alle Infos zu den vier Teilprüfungen, geeigneten Pferden und dem Einstieg für Reiter.
Equidara-Redaktion · 30. September 2026 · 2 Min. Lesezeit

Working Equitation ist eine Reitsportdisziplin, die aus den Arbeitsreitweisen der Rinderhirten Südeuropas entstanden ist. Heute reitest du mit deinem Pferd bis zu vier Teilprüfungen: Dressur, Stiltrail, Speedtrail und – bei bestimmten Turnieren – eine Rinderarbeit. Die Disziplin ist offen für alle Pferderassen und wird in mehreren Leistungsklassen angeboten. Der Reiz liegt in der Kombination aus Präzision, Tempo und Gelassenheit.
Die vier Phasen der Working Equitation
Jeder Wettbewerb besteht aus bis zu vier Einzelprüfungen, wobei in nationalen Prüfungen oft nur Dressur, Stiltrail und Speedtrail zählen.
Dressur
Eine gerittene Aufgabe, die Versammlung, Übergänge und Leichtigkeit prüft. Der Parcours ist markiert, bewertet werden Lektionen wie Bahnfiguren und Tempowechsel. Die Dressur bildet das Fundament der Partnerschaft.
Stiltrail (Ease of Handling)
Ein Parcours aus mindestens 15 Hindernissen – darunter Tor, Brücke, Glockengasse, Tonnen und Pferch – wird mit Ruhe und Genauigkeit bewältigt. Nicht die Zeit, sondern der Stil und die Durchführung zählen.
Speedtrail
Derselbe Hindernisparcours wie im Stiltrail, jedoch gegen die Uhr. Strafpunkte werden in Zeitsekunden umgerechnet. Die schnellste fehlerfreie Runde gewinnt. Hier verbinden sich Tempo und Kontrolle.
Rinderarbeit (Cow Trial)
Ein Team von drei bis vier Reitern muss ein vorgegebenes Rind aus der Herde aussondern und auf der gegenüberliegenden Seite der Arena einpferchen. Die Zeitvorgabe beträgt drei Minuten inklusive Strafsekunden. Die Rinderarbeit fließt nur in die Mannschaftswertung ein und ist auf vielen nationalen Turnieren kein Pflichtbestandteil.
Geeignete Pferde
Die Working Equitation steht allen Klein- und Großpferderassen sowie Ponys offen. Entscheidend sind Gesundheit, Gehorsam und Nervenstärke im Parcours. International müssen Pferde laut FITE-Reglement mindestens 5 Jahre alt sein. Einige nationale Reglements setzen ein Mindestalter von 6 Jahren voraus. Ein gültiger Equidenpass und die tierärztliche Untersuchung vor dem Turnier sind verpflichtend.
Der Einstieg in die Working Equitation
Die Disziplin ist in sieben Prüfungsklassen gegliedert, die einen leichten Einstieg erlauben:
- Führzügelklasse (4 bis 8 Jahre): Das Pferd wird an der Hand geführt, eine Begleitperson hilft dem Reiter.
- Kinderklasse (8 bis 12 Jahre): Dressur in Schritt und Trab, Trail mit erlaubter Unterstützung durch einen Trainer.
- E – Einsteiger: Lizenzfreie Klasse, Reiterpass oder WRC genügen.
- A – Leichte Klasse, L – Mittlere Klasse, M – Fortgeschrittene Klasse: Hier ist die Lizenz WE 1 erforderlich.
- S – Masterklasse: erfordert die Lizenz WE 2 und wird einhändig geritten.
Zusätzlich gibt es Altersklassen: allgemeine Klasse ab 19 Jahren, Nachwuchsklasse 10 bis 18 Jahre. Der Einstieg gelingt am besten über einen Verein, der Working Equitation anbietet. Dort lernst du die Hindernisse kennen und erarbeitest die Basis für den Trail. Für die höheren Klassen ist eine Lizenz über den jeweiligen nationalen Verband (z. B. WED e. V. in Deutschland) nötig.
Turnierkleidung und Ausrüstung
Die Kleidungsordnung setzt auf einen gepflegten, traditionellen Stil. Naturfarbene oder dunkle Reithose, Stiefel oder Stiefeletten mit Chaps sowie ein Sakko, eine Jacke oder ein Blazer sind üblich. Zaumzeug und Sattel dürfen dem jeweiligen Reitstil entsprechen – die Vielfalt der kulturellen Traditionen wird in der Working Equitation ausdrücklich bewahrt.
Häufige Fragen
Welche Pferderassen kann ich in der Working Equitation starten?
Es gibt keine Rassebegrenzung. Sowohl Ponys als auch Großpferde aller Rassen sind zugelassen, solange sie gesund, ausreichend ausgebildet und mindestens 5 Jahre (international) oder 6 Jahre (in manchen nationalen Reglements) alt sind.
Brauche ich für die Working Equitation eine besondere Lizenz?
Für die Einsteigerklasse genügt in der Regel der Reiterpass oder ein vergleichbarer Basisnachweis. Ab der leichten Klasse (A) wird die Working-Equitation-Lizenz WE 1 verlangt, für die Masterklasse die Lizenz WE 2.
Muss mein Pferd speziell trainiert werden?
Ein Grundgehorsam und das Durchreiten von Dressurlektionen sind die Basis. Die Hindernisse wie Tor, Brücke oder Glockengasse lassen sich im Training schrittweise erarbeiten. Viele Vereine bieten Lehrgänge und Übungsabende an, sodass du gemeinsam mit deinem Pferd lernen kannst.
Wann findet die Rinderarbeit statt?
Die Rinderarbeit ist Teil von Mannschaftswettbewerben und wird insbesondere bei internationalen Meisterschaften ausgetragen. In nationalen Prüfungen ist sie meist nicht Bestandteil; dort fließen nur Dressur, Stiltrail und Speedtrail in die Einzelwertung ein.
Quellen
- Offizielles Reglement – Working Equitation | WED e. V. (2026-09-28)
- The Sport – WAWE Working Equitation (2026-09-28)
- FITE 2026 Working Equitation Regulation (2026-01)
- Österreichische Turnierordnung für Working Equitation 2026 (2026-09-28)
- APPROVED IN THE GENERAL ASSEMBLY of 7 MAY 2024
- Working Equitation Deutschland e. V. | WED
Geschrieben von Equidara-Redaktion. Stand: 4. Oktober 2026.
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